Flottenversicherung: Stückpreismodell oder Fuhrparkeinstufung?

Mehrere Firmenfahrzeuge, unterschiedliche Beiträge und jedes Jahr neue Versicherungsangebote: Bei einem Fuhrpark lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn nicht nur der Versicherungsschutz entscheidet darüber, ob ein Angebot zu deinem Betrieb passt. Auch das Beitragsmodell spielt eine wichtige Rolle.

Werden deine Fahrzeuge einzeln nach Schadenfreiheitsklassen eingestuft? Gilt ein gemeinsamer Beitragssatz für den Fuhrpark? Oder berechnet der Versicherer einen vereinbarten Stückpreis je Fahrzeuggruppe?

Cherry Pick unterstützt dich dabei, die Unterschiede zu verstehen und Angebote für deinen Firmenfuhrpark nachvollziehbar zu vergleichen.

Wir vergleichen – du wählst. Wir beraten – du entscheidest.

Firmenfuhrpark mit Pkw, Transportern und Lkw auf einem Betriebsgelände

Fuhrpark, Stückpreismodell und Flottenversicherung: Was ist der Unterschied?

Dein Fuhrpark umfasst die Fahrzeuge deines Unternehmens, beispielsweise Pkw, Transporter oder Lkw.

Eine Flottenversicherung ist eine Versicherungslösung für mehrere Firmenfahrzeuge. Welche Fahrzeuge aufgenommen werden können und welche Mindestgröße erforderlich ist, hängt vom Versicherer und vom Tarif ab.

Das Stückpreismodell und die Fuhrparkeinstufung sind unterschiedliche Möglichkeiten, die Versicherungsbeiträge zu berechnen. Daneben gibt es Lösungen, bei denen jedes Fahrzeug weiterhin eine eigene Schadenfreiheitsklasse besitzt.

Für einen sinnvollen Vergleich müssen wir deshalb zwei Fragen beantworten:

  • Welchen Versicherungsschutz benötigt dein Betrieb?
  • Welches Beitragsmodell passt zur Zusammensetzung und Schadenentwicklung deines Fuhrparks?

Modell 1: Fahrzeuge mit eigenen Schadenfreiheitsklassen

Bei diesem Modell werden die Fahrzeuge nach ihren jeweiligen Schadenfreiheitsklassen eingestuft. Schadenfreie Jahre und belastende Schäden wirken sich nach den Regeln des jeweiligen Tarifs auf die Einstufung aus.

Das kann bei einem kleineren Fuhrpark mit guten Schadenfreiheitsklassen interessant sein. Allerdings bleiben unterschiedliche Einstufungen und Beiträge bestehen. Auch die Aufnahme zusätzlicher Fahrzeuge muss geprüft werden.

Darauf kommt es an: Wie gut sind die vorhandenen Schadenfreiheitsklassen? Welche Rückstufungen sieht der Tarif vor? Und wie werden neue Fahrzeuge eingestuft?

Modell 2: Fuhrparkeinstufung mit gemeinsamem Beitragssatz

Bei einer Fuhrparkeinstufung kann ein gemeinsamer Beitragssatz für die Fahrzeuge gelten. Für Haftpflicht und Kasko können unterschiedliche Sätze vorgesehen sein.

Ein gleicher Beitragssatz bedeutet dabei nicht, dass alle Fahrzeuge denselben Eurobetrag kosten. Die Fahrzeugmerkmale und der gewählte Versicherungsschutz beeinflussen weiterhin den Beitrag. Die Schadenentwicklung des gesamten Fuhrparks kann für die weitere Einstufung maßgeblich sein.

Dieses Modell kann interessant sein, wenn du eine einheitlichere Einstufung für deinen Fuhrpark möchtest.

Darauf kommt es an: Welche Berechnungsgrundlage verwendet der Versicherer? Wie werden zusätzliche Fahrzeuge behandelt? Und wann kann sich der Beitragssatz verändern?

Modell 3: Stückpreismodell für Fahrzeuggruppen

Beim Stückpreismodell werden vereinbarte Beiträge für bestimmte Fahrzeuggruppen angesetzt. Beispielsweise kann für Pkw ein anderer Jahresstückbeitrag gelten als für Transporter oder Lkw.

Das erleichtert die Kalkulation: Für ein zusätzliches Fahrzeug lässt sich der Beitrag anhand seiner Zuordnung zur vereinbarten Gruppe nachvollziehen. Voraussetzung ist, dass es die entsprechenden Tarifmerkmale erfüllt.

Ein Stückpreis ist allerdings keine dauerhafte Preisgarantie. Je nach Vertrag und Schadenentwicklung können die Beiträge zur nächsten Versicherungsperiode angepasst werden.

Darauf kommt es an: Wie sind die Gruppen definiert? Welche Fahrzeuge passen hinein? Und welche Regeln gelten für Beitragsanpassungen?

So lässt sich ein Stückpreismodell berechnen

Die folgende Modellrechnung zeigt das Prinzip. Die Beträge sind frei gewählte Rechenwerte und kein Versicherungsangebot.

FahrzeuggruppeAnzahlAngenommener Jahresstückbeitrag nettoJahresbeitrag netto
Pkw12850 €10.200 €
Transporter81.250 €10.000 €
Gesamt2020.200 €

„Netto“ bedeutet hier: ohne Versicherungssteuer.

Ob ein solches Angebot wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich aus dem Gesamtbeitrag allein nicht erkennen. Dazu müssen auch Leistungen, Selbstbeteiligungen, Fahrzeuggruppen und die Regeln zur Beitragsanpassung verglichen werden.

Welches Modell passt zu deinem Betrieb?

Ein Fuhrpark mit wenigen Fahrzeugen und guten Schadenfreiheitsklassen hat andere Voraussetzungen als ein wachsender Betrieb mit vielen Transportern und häufig wechselnden Fahrzeugen.

Für die Auswahl betrachten wir unter anderem:

  • Anzahl und Art der Fahrzeuge,
  • Nutzung und Fahrerkreis,
  • vorhandene Schadenfreiheitsklassen,
  • Schadenverlauf der vergangenen Jahre,
  • geplante Fahrzeugzugänge und Abgänge,
  • gewünschten Haftpflicht- und Kaskoschutz,
  • Selbstbeteiligungen und betriebliche Anforderungen.

Keines der Modelle ist automatisch die günstigste oder passendste Lösung. Entscheidend ist, wie es sich unter den Bedingungen deines Betriebs auswirkt.

Warum ein niedriger Stückpreis allein nicht reicht

Ein Angebot kann auf den ersten Blick günstig erscheinen und trotzdem wichtige Unterschiede enthalten.

Deshalb prüfen wir beispielsweise:

  • Sind alle benötigten Fahrzeugarten und Nutzungen berücksichtigt?
  • Werden vergleichbare Leistungen angeboten?
  • Wie hoch sind die Selbstbeteiligungen?
  • Welche Einschränkungen oder Ausschlüsse gibt es?
  • Wie werden neue Fahrzeuge und Fahrzeugabgänge abgerechnet?
  • Welche Anpassungsmöglichkeiten hat der Versicherer?
  • Was passiert mit vorhandenen Schadenfreiheitsklassen bei einem Modellwechsel?

Gerade der letzte Punkt sollte vor einem Wechsel schriftlich geklärt werden. Aus der Bezeichnung „Flottentarif“ lässt sich nicht ableiten, wie vorhandene Schadenfreiheitsklassen behandelt oder später nachgewiesen werden.

Fahrzeugliste und Versicherungsangebote werden am Schreibtisch verglichen

Welche Unterlagen benötigen wir für den Vergleich?

Damit wir deinen Fuhrpark einordnen und geeignete Angebote anfragen können, benötigen wir möglichst:

  • eine aktuelle Fahrzeugliste mit Fahrzeugart, Kennzeichen, Erstzulassung und Nutzung,
  • die bestehenden Versicherungsscheine und aktuellen Beitragsunterlagen,
  • Angaben zu Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko und Selbstbeteiligungen,
  • die Schadenübersichten des bisherigen Versicherers,
  • Angaben zu offenen Schäden und Schadenreserven, soweit verfügbar,
  • vorhandene Schadenfreiheitsklassen,
  • Informationen zu geplanten Veränderungen im Fuhrpark.

Fehlen Unterlagen, besprechen wir mit dir, was für eine belastbare Anfrage noch gebraucht wird.

Die Schadenquote bleibt bei jedem Modell wichtig

Auch ein anderes Beitragsmodell macht einen ungünstigen Schadenverlauf nicht ungeschehen.

Bei der Schadenquote kommt es darauf an, welche Schadenaufwendungen und Beiträge der Versicherer für welchen Zeitraum berücksichtigt. Deshalb sollten wir die Zahlen aus der Schadenübersicht prüfen und nicht nur einzelne Prozentwerte vergleichen.

Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf wiederkehrende Schadenursachen: Rangierschäden, Parkschäden oder bestimmte Fahrzeuggruppen können Ansatzpunkte für Verbesserungen liefern.

In unserem Ratgeber „Schadenquote in der Flottenversicherung senken“ erfährst du mehr darüber, wie du die Schadenentwicklung deines Fuhrparks gezielt verbessern kannst.

So unterstützt dich Cherry Pick

Wir prüfen deine bestehenden Verträge, ordnen die Beitragsmodelle ein und vergleichen bei Bedarf geeignete Angebote verschiedener Versicherer. Dabei betrachten wir Versicherungsschutz, Beitrag und die Regeln für spätere Veränderungen gemeinsam.

Für eine eigenständige Betreuung ausschließlich deiner gewerblichen Kfz-Versicherungen setzen wir einen Jahresnettobeitrag des Fuhrparks von mindestens 15.000 Euro voraus.

Darunter übernehmen wir die Betreuung im Rahmen eines Vollmandats für die betrieblichen Versicherungen. Der Hintergrund ist betriebswirtschaftlich: Fahrzeuglisten, Vertragsänderungen, Ausschreibungen und laufende Betreuung verursachen Aufwand, der bei kleineren Fuhrparks durch die Vergütung aus den Kfz-Verträgen allein nicht ausreichend gedeckt wird.

Diese Grenze ist eine Voraussetzung unserer Betreuung. Sie ist keine allgemeine Mindestgrenze für eine Flottenversicherung.

Mehr dazu erklären wir im Ratgeber „Flottenversicherung wechseln“.

Häufige Fragen zu den Beitragsmodellen

Ab wie vielen Fahrzeugen ist eine Flottenversicherung möglich?

Das hängt vom Versicherer und vom Tarif ab. Einige Anbieter haben bereits Lösungen für kleinere Fuhrparks. Für bestimmte Beitragsmodelle gelten zusätzliche Voraussetzungen.

Ist ein Stückpreismodell immer günstiger?

Nein. Gute Schadenfreiheitsklassen, die Fahrzeugzusammensetzung oder unterschiedliche Leistungen können dazu führen, dass ein anderes Modell besser passt. Verglichen werden sollte immer bei möglichst gleichem Versicherungsschutz.

Können Pkw, Transporter und Lkw gemeinsam versichert werden?

Das muss anhand des jeweiligen Tarifs geprüft werden. Unterschiedliche Fahrzeugarten können eigene Gruppen, Beiträge oder Annahmevoraussetzungen haben.

Kann ich vom bisherigen Modell in einen anderen Tarif wechseln?

Grundsätzlich lässt sich ein Wechsel prüfen. Ob ein Versicherer ein Angebot erstellt und zu welchen Bedingungen, hängt unter anderem von den Fahrzeugen, der Nutzung und dem Schadenverlauf ab.

Beitragsmodelle für deinen Fuhrpark vergleichen lassen

Du möchtest wissen, ob deine bisherigen Einzeltarife noch passen oder ob eine Fuhrparkeinstufung beziehungsweise ein Stückpreismodell infrage kommt?

Nimm Kontakt mit Cherry Pick auf. Gemeinsam schauen wir uns deinen Fuhrpark, die bestehenden Verträge und die Möglichkeiten für deinen Betrieb an.